Archiv für den Monat: Januar 2017

Outfit: **freeze**

Dieses Bild entstand im Harald Glööckler Pop-up-Store. Sorry…. musste sein, übertrieben find ich gut 🙂
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Bei den momentan herrschenden arktischen Temperaturen fühle ich mich in Kuschelpulli und Jeans am wohlsten. Manko: ich finde die täglichen Outfits nicht wirklich inspirierend oder abbildbar.. nu ja. Originell ist auch wahrscheinlich was anderes. Außerdem oute ich mich hiermit als Frostbeule, darum war am Wochenende nur ein schneller Knipps mit dicker Jacke drin.  Minus 10 Grad Celsius sind nun auch wahrlich kein Pappenstiel. Was jedenfalls gar nicht in Frage kommt ist der Flanking-Trend mit nackten Knöcheln und Sneakern. Im Ernst, ich habe eine Zehntelsekunde darüber nachgedacht und mich dann selbst ausgeschimpft über diesen Schwachsinn. Was ist erstrebenswert an Lungenentzündung? Ehm.. gar nichts. Argumente die ich für und über diesen ausgemachten Blödsinn las brachten mich zum Wiehern: „Ich friere nicht an den Knöcheln.“ Ach so. Und im Sommer schnallen wir uns ab jetzt Moonboots an die Füße und argumentieren, dass wir an den Knöcheln nicht schwitzen während wir gepflegt und stilvoll in Ohnmacht fallen wegen Hitzschlag oder was. Watzefack.?!?

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Aber was jammere ich hier rum. Am Wochenende sah ich einen Obdachlosen an einer Bushaltestelle schlafen. Er lag zwar auf 3 gestapelten Matratzen und in mehreren Schlafsäcken, trotzdem lässt mich dieses Bild nicht los. Viele obdachlose Menschen sterben im Winter einen bitteren Kältetod. Ich frage mich warum dieser einsame Mann nicht zur Bahnhofsmission ging. Wie schlage ich einen eleganten Bogen von dieser traurigen Tatsache zu meinem Outfit-Post? Da gibt es keinen. Zumindest keinen blumigen. Leider ist es so, dass auf der einen Seite Menschen ohne Heim ihr Dasein fristen während wir auf der anderen unserer trivialen inneren Shoppingqueen frönen. Ich hatte einmal die Gelegenheit mit einem Obachlosen zu sprechen, er sagte „ich mache seit 20 Jahren Platte“. Er wolle es so, einen festen Wohnsitz könne er sich nicht vorstellen. Wir rauchten eine Zigarette und unterhielten uns eine Weile bis jeder wieder seiner Wege ging. Das Gespräch war nur kurz und die Begegnung ist inzwischen einige Jahre her, aber vergessen habe ich es nicht. An solchen Tagen denke ich wieder daran.

Das Outfit ist ein wild zusammengewürfelter Look aus bereits älteren Klamotten. Lagen über Lagen gaben die nützliche Wärme, Strumpfhose unter den Leggings fallen nicht weiter auf.

Ringelleggings: H&M
Tasche: H&M
Stulpen: uralt
Stiefel: Bershka
Lackmantel: New Yorker
Sternenschal: Only

Lingerie vs. Pyjama

Momentan bin ich auf der Suche nach einem Pyjama. Seit Jahren penne ich in alten Shirts und Shorts, in kälteren Monaten in Longsleeves und bequemen Leggings. Seit neuestem geht mir das aber gegen den Strich und mir steht der Sinn nach einem Zweiteiler der nicht nur cool aussehen soll sondern vor allen Dingen bequem ist und wärmt. Bei Minusgraden nicht die schlechteste Idee. Außerdem könnte ich in so einem Ensemble auch souverän die Tür öffnen ohne rot zu werden. Da kam der Weihnachtsurlaub gerade wie gerufen, denn der ist für mich unter anderem dazu da, ausgiebige Stadtbummel zu unternehmen. Und so hatte ich richtig Bock auf das Unternehmen Schlafanzug. Irgendwoher blitzte auch der unangenehme Gedanke auf, wenn ich plötzlich ins Krankenhaus müsste, ich hätte nicht einmal einen Pyjama der sich sehen lassen kann. Nur Shirts mit so netten Sprüchen wie z.B. „Ich hasse euch alle“, „Niedlich kann mich am Arsch lecken“, „Satanischer Ritualmörder“.. und dergleichen. Man erkennt den alten EMP-Stammkunden natürlich in der ersten Sekunde. Oder die alten Sprüche von Mutter und Oma: „Kind, schau dass du keine Löcher in den Socken hast. Überleg mal, du hast einen Autounfall und musst ins Krankenhaus, und sie ziehen dir die Schuhe aus und du hast Löcher in den Socken! Undenkbar!!“

Been there, done that. Nur ereignete sich besagter Autounfall Samstag abends vor dem Ausgehen und ich lag in schönster Spitzenunterwäsche inkl. Stringtanga in meinem rückenfreien stylischen Krankenhausflügelhemd. Auch irgendwie nicht schön und durchaus etwas peinlich wenn man mit dem Infusionsständer heimlich in die Toilette abschiebt weil man der Bettpfanne entgehen will. Aber zurück zum Text, ich schweife ab.

Ich betrat die jeweiligen Unterwäsche/Nightwear Abteilungen und ich sah: sexy Unterwäsche, Spitze in rot, schwarz und weiß, Strapse, Netzbodies.. kurzum: erotische Lingerie in allen Farben und Formen für die erwachsene Frau mit einem aktiven Liebesleben. So stelle ich mir die Zielgruppe zumindest vor.  Direkt nebendran: Pyjamas für erwachsene Frauen, verziert mit: Wolken, Bärchen, Pinguinen, Mäusen, Pandabären, Herzchen. Kindisch und infantil bis zum Steinerweichen. „Pizza Party“ stand darauf oder ähnlicher Schwachsinn. Was ich hätte noch akzeptieren können wären Planeten oder Sterne gewesen. Ich exerzierte das Spielchen bei ca. 6 Geschäften durch und fand überall mehr oder minder das Gleiche vor. Hm. „Kommt schon, gebt mir Punkte oder Karos! Bitte!“ Flehte ich im Stillen. So ungefähr wie Jess bei „The new girl.“ Die sind doch schön!

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Für Ally Mc Beal bin ich schon zu weit weg.

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Ich gab auf und zog den Mann zu rate. Mit „zog“ meine ich im wahrsten Sinne des Wortes, ich zog ihn an der Hand durch die Abteilungen und zeigte ihm das vermeintliche Trauerspiel. Er fand es nicht weiter tragisch und meinte, ich solle die Planeten-Edition nehmen. Tat ich nicht. Auf die Frage, wie erotisch er eine Frau in einem Bärchen-Pyjama fände, zuckte er mit den Schultern und erwiderte, es würde ihn nicht stören oder gar abtörnen. Flashback: hatte sich je ein Mann in meinem Leben für schöne Unterwäsche  begeistern können und diese zu würdigen gewusst? Klares Nein. Größter Stellenwert für Dessous war schon seit jeher, husch husch aus mit dem Zeug und zwar schleunigst. Auf den Boden damit. Nacktheit rules.

Ich aber fragte mich, wie das Bild einer Frau heutzutage eigentlich dargestellt werden soll. Vor meinem inneren Auge entstand diese Abfolge: zuerst quasi die sexy, wilde Geliebte, raffiniert eingehüllt in erotische Dessous für schöne Stunden (oder Minuten?) zu zweit. Und danach verschwindet sie im Bad, putzt sich die Zähne, schminkt sich brav ab, knödelt sich die Haare auf und kommt im Hello Kitty Schlafanzug zurück ins Bett . Ich kann da keine Brücke schlagen, tut mir leid. Zumindest nicht für mich. Außerdem komme ich nicht umhin mir den dazugehörigen Mann vorzustellen. Die Diskrepanz könnte nicht größer sein. Was für eine Wahl im Lingerie und Pyjama-Segment hat er schon? Die Slips in schwarz, weiß oder grau. Schlafanzug in braun oder ähnlichen aufregenden Nichtfarben. Gäääähn. Jedenfalls existiert kein so großer Graben zwischen Unterwäsche und  Pyjama. Zumindest sah ich keinen Schlafanzug mit Charlie Brown, Tweetie und Woodstock für den Mann. Dafür aber mit Weihnachtsbäumen und Zuckerstangen. Naja. Macht mich dann auch nicht gerade wild…