Archiv für den Monat: Januar 2018

Der erste Tag des neuen Jahres

Hallo und Welcome 2018! Da bist du ja auch schon. Hast eigentlich nicht lange auf dich warten lassen, meinem Gefühl nach verflog 2017 geradezu. Vieles war los, positives und negatives aber das ist im Leben eines jeden Menschen so und darum nicht weiter erwähnenswert oder im Detail zu schildern. Heute hatte ich jedenfalls keinen Anspruch an mich selbst, ich verbrachte den Tag im Schlafanzug der aber elegant genug erscheint um damit an die Tür zu gehen – im Falle eines unangekündigten Besuchs. Ein bißchen angeschlagen, müde und erschöpft. Mal wieder mit dem Vorsatz mehr zu bloggen, zu schreiben, dieses Baby redseconals.com was mir wichtig erschien nicht komplett aufzugeben. Keine großartigen Vorsätze für dieses Jahr, höchstens nicht zum Gesprächsthema zu machen wieviel man zu tun hat, wie wenig man schläft und wie fleißig man ist weil ich diese „Olympiade“ schon in der Vergangenheit reichlich blöd fand. Was gab´s da auch schon zu gewinnen? Nichts.

Was mich beschäftigte in den letzten Wochen: das Thema Abtreibung -> der Fall Kristina Hänel und die damit verbundene deutsche Gesetzgebung um Paragraph 219a, über dessen Hintergrund ich absolut nichts wusste und was rechtmäßig wirklich dahinter steckt. Selbstbestimmung der Frau in Deutschland? Fragezeichen.

Und heute der Tod von Kim (ehemals Vorstadtprinzessin, Instagram: @kimspiriert). Eine junge Bloggerin, die im Januar 2017 mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert wurde und in der gestrigen Silvesternacht ihrem Leiden erlag. Ein unsäglicher Leidensweg liegt hinter dieser jungen Frau die tapfer die Qualen der Chemotherapie, diverse Operationen und eine Amputation ertrug aber im Endeffekt den Kampf gegen diese widerliche, tückische Krankheit nicht gewinnen konnte.

Und damit hatte es sich wieder einmal: Gesundheit, das größte Gut auf Erden – nicht nur ein dahergesagter Wunsch oder Spruch sondern mit zunehmenden Alter immer wichtiger werdend, auch in Hinsicht auf die eigenen Kinder. Ich werde jetzt mit Sicherheit nicht einen Bullshit schreiben á la: lebe jeden Tag als wäre es dein letzter, das ist Quatsch und kaum realiserbar – außerdem erzeugt es Druck im Sinne von fear of missing out, für das ich eh ein Kandidat bin. Ich habe ständig Angst etwas zu verpassen! Aber Wertschätzung und Pflege des eigenen Körpers sind unerlässlich und Gesundheit nicht als selbstverständlich hinzunehmen. Zudem wäre es toll Fitness nicht als Körperoptimierungswahn zu belächeln sondern als Lebensversicherung zu betrachten.

Ich wünsche allen einen tollen Start in das Jahr 2018, macht etwas draus!

Liebe Grüße, eure Red

Stuten. Bissig.

Sie kam, sie sah, sie stürmte herein. Nicht übermäßig attraktiv, etwas ungepflegte Haare vielleicht, gewöhnliche Provinzpflanze meiner vorschnellen und gleichwohl ungewollten Einschätzung nach. Unsouveräne Perfomance.  (Es passiert von allein, wir alle urteilen vorschnell, ich, sie). Und sie urteilte nicht nur, sie (re)agierte.  Es hatte ihr schon letztens nicht gepasst dass ich hier war. Wie es mich ankotzte, dass ich diese Schwingungen so ungefiltert aufnahm. Ich wollte eigentlich nur einen ungezwungenen Abend verbringen und vom Alltagsstress abschalten. Ich wünschte mir manchmal mehr Naivität und/oder Abgestumpftheit für mich selbst. Es würde vieles vereinfachen. Weibliches Konkurrenzdenken, Stutenbissigkeit, doch wer kannte das nicht? Immer wieder lautstarkes Nachfragen bei dem Mann mit dem ich mich gerade unterhielt. „Wie geht es deiner FREUNDIN? Geht es IHR gut? Ich habe SIE schon lang nicht mehr gesehen. Sag IHR einen schönen Gruß. Warum ist SIE nicht hier?“ Und so weiter und so fort. Heißt übersetzt: Er ist vergeben, was hast du hier zu suchen? Verpiss dich! Und fühl dich jetzt mal gefälligst unwohl in deiner Haut. Kam diese Frau nicht auf den Gedanken ich könne kein Single sein? No way. Scheinbar reichte der kleine, beschränkte Horizont nicht so weit. Sie wandte sich zum Gehen, nahm in aggressiver Manier Jacke und Tasche an sich.

In dem Moment als sie mit ziemlichem Schwung in ihre billige Jacke schlüpfte, wusste ich bereits was gleich passieren würde, nämlich, dass mir ihr rechter Ärmel ins Gesicht schlagen würde. Ich drehte mich wohlweislich vorausahnend von ihr weg und meinem Gesprächspartner zu, so dass der Stoff nur meine Haare traf. Dies aber mit Schmackes und Wucht.  Das hatte etwas Despektierliches, dennoch schaffte ich es sie zu ignorieren und cool zu bleiben. Äußerlich. Innerlich stellte ich mir vor, wie ihr Kopf auf einem Stock aussehen würde. Wusste sie denn nicht dass der Abstand zu meinem Mund sofern sie nicht als Cocktail in einem geeisten Glas serviert wurde mindestens 1 Meter betrug? Liebelein, das ist dein Tanzbereich und das ist mein Tanzbereich..ich bin hier und du bleibst mal schön dort drüben. Anscheinend kannte sie weder Anstand noch Würde, Dirty Dancing, Will & Grace, oder American Psycho, von denen ich gerade klammheimlich so einige Zitate eingebaut habe.

Witzigerweise lernte ich am selben Abend 2 weitere mir wildfremde Frauen kennen, die ich sofort megasympathisch und witzig fand. Beiden kamen aus unterschiedlichen Gründen auf mich zu:

Die eine um mein Outfit zu komplimentieren, woraus sich ein sehr nettes Gespräch ergab. Die andere, weil sie mich auf einem Depeche Mode Konzert gesehen hatte und damit der Gesprächsstoff sowieso geritzt war. Und was lernen wir aus diesem Abend? Meine Aura war jedenfalls nicht allein daran schuld, manchmal geht es auch einfach nicht um Feminismus an sich (ein Wort das im Jahr 2017 mehr als überstrapaziert wurde) oder darum, dass alle aber auch alle Frauen zusammenhalten oder per se Freundinnen sein müssen. Manchmal geht es völlig trivial um: Sympathie oder Antipathie. Trotzdem ist die Ärmel-Story ein no-go und wurde von mir als übergriffig empfunden. Du kannst mich ruhig doof finden, das ist vollkommen ok, macht mir nicht das Geringste aus und beruht im Endeffekt auf Gegenseitigkeit. Aber bleib mir einfach vom Leib und auf Abstand: das ist Antipathie mit Respekt.


Das Bild enstand auf dem M´era Luna Festival 2017.

Stiefel: Doc Martens
Kleid: EMP
Jacke: No name
Strümpfe: H&M