Kategorie-Archiv: Lifestyle

Amsterdam II

Amsterdam ist auch im Dezember sehr schön und hat seinen eigenen, ganz speziellen Reiz. Wenngleich der Aufenthalt nur kurz war, so war er doch nicht minder intensiv und  beeindruckend. Obwohl ich zugeben muss, dass die Menschenmassen und Killerfahrräder mir doch etwas auf die Nerven gehen. Ständig aufzupassen dass die Radler einen nicht über den Haufen fahren stresst mich, da ist das Dauergehupe in New York ein Dreck dagegen und Paris weitgehendst ruhig 😉 Wer denkt ich übertreibe, der weiß nicht, dass ich in hundert Millionen Jahren noch NIE übertrieben habe..

Naja, die Dorfpflanze lässt grüßen. Die Großstadt ist unsereins einfach nicht gewöhnt. Obwohl ich mir sehr gut vorstellen könnte in einer Stadt zu wohnen, wo vor der Haustür das bunte Leben pulsiert und man alles zu Fuß oder per Bahn erreichen kann. Wozu braucht man da ein Auto? Das funktioniert wahrscheinlich eh nicht mangels Parkmöglichkeit. Da wo ich lebe ist man ohne Auto zwar nicht komplett aufgeschmissen, aber mit auf jeden Fall besser dran. Was fehlt ist die Inspiration, das Aufregende und Vielseitige. Ich schätze mal, alles hat seine Vor-und Nachteile, wie alles im Leben eigentlich. Dafür zahlt man hier nicht ein Vermögen für Wohnraum. Da hätten wir wieder einen Vorteil.

Jedenfalls sind hier ein paar winterliche Impressionen aus dem liberalen und mir ans Herz gewachsenen Amsterdam, welches ich nur ab und zu besuchen kann bis ich mir ein schickes Loft an der Prinsengracht leisten kann.

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Das Ende einer Subkultur

Wo waren wir vor 5 Jahren und wo sind wir jetzt? Das Ende unserer Clubs ist nah.  Soll hier einer Subkultur der Gar ausgemacht werden? Oder bilde ich mir das nur ein. Wer weiß das schon so genau, auf Verschwörungstheorien stand ich schließlich schon immer. Hier die Fakten:

Wer auf schwarze Musik stand und steht hatte in unserer Region „sichere“ Anlaufstellen:

  • Culteum Karlsruhe
  • Nachtwerk Karlsruhe
  • Schwimmbadclub Heidelberg
  • MS Connexion Mannheim

Mittlerweile sind zwei dieser vier Clubs geschlossen. Ein schlechter Schnitt, behaupte ich.

Das Culteum in Karlsruhe. Meiner Meinung nach einer der besten Clubs in der Umgebung. Ein alter Gewölbekeller um nicht zu sagen Bunker mit verschiedenen Floors, modrig und unheimlich stimmungsvoll.  Dieser beherbergte nicht nur die schwarze Szene, sondern unter anderem auch die Subkultur der schwulen-/und SM-Szene. Außerdem fand hier regelmäßig der Kitkat-Club statt. Mitte August wurde der Club nach einer Brandschutz-Inspizierung ad hoc dichtgemacht. Welche Maßnahmen eingeleitet werden sollen/müssen und wann mit einer Wiedereröffnung  gerechnet werden kann ist völlig unklar. Ich mache mir da meine eigenen Gedanken. Vielleicht ist es so ganz recht und billig dass die sogenannte Freaks nicht mehr zum Culteum pilgern? Nun ist dieser Club nicht ausgelagert in einem Industriegebiet zu finden, wie man das in der Stadt gerne macht, sondern inmitten der Stadt zwischen Privatwohnungen angesiedelt. Ich frage mich, wer stört sich an Gothics, Paradiesvögeln und sexy gekleideten Clubbesuchern die nichts weiter tun, als vom Auto in den Club zu gehen – um dort unter sich zu sein. Dieser darf sogar eine Klingel sein Eigen nennen und ist obendrein im Keller untergebracht (ich nehme an, von Ruhestörung kann keine Rede sein). Hat hier die oversexed und underfucked Gesellschaft ein Problemchen mit Lack, Leder und Latex? Ich meine, ich muß mir im Alltag soviele würde-und stillose Crogs in allen Farben anschauen, Ballerinas und Röhrenjeans, soweit das Auge reicht,ich würde deren Träger sehr gerne mit Spaß-Embargos und Sanktionen belegen.  Da nützt es nur wenig dass Christopher Kane seine Models mit Crocs über den Laufsteg schickte. Sie sind und bleiben entsetzlich. Die Crocs. Nicht die Models.

Der Schwimmbad Club in Heidelberg. Eine Institution seit über 3 Jahrzehnten und absolut geile Location auf 4 Ebenen. Ich meine, was gibt es Cooleres als in einem alten umgebauten Schimmbad zu tanzen? Das „Schwarze Schwimmbad“ fand hier einmal im Monat statt und konnte sich innerhalb seiner Subkultur nochmals aufteilen, in die verschiedenen Stilrichtungen EBM, Industrial, Mittelalter, Metal. Ebenfalls einmal im Monat fand die Depeche Mode Party statt, für uns Devotees war das pures Glück und ein fester Termin im Kalender. Nirvana hatten hier einst einen Live-Auftritt, tja – lang lang ist´s her… Der Club finanzierte sich rein privat ohne städtische Subventionen. Die Kultur-Steuergelder pumpt man lieber in 2 andere Clubs – mit gefälligerer Musik die vor allem niemandem weh tut. Autsch. Der Schwimmbadclub sei zu alt und müsse zu aufwendig und komplett saniert werden, so die Begründung. Scheiden tut weh!

Schade, dass der Zug der Mittelmäßigkeit keine Minute Verspätung hat, nein, er ist seiner Zeit sogar voraus. „39,90“ läßt grüßen. Neue Bars, Restaurants und Cafés sprießen nämlich aus dem Boden wie das Unkraut in meinem schlecht gepflegten Vorgarten. Nun möchte ich diese Lokale keinesfalls verunglimpfen, Hunger und Durst habe sogar ich immer mal wieder und verkehre aus diesem Grund ab und an in den Mauritiuses, Mosch Moschs, Liebesbeefs, Sushi Circles und Coffee Fellows dieser Welt. Aber diese Abende sind mehr oder minder belanglos, eigentlich der Nahrungsaufnahme gewidmet, der Cocktail ok, und das Gefühl etwas zu verpassen beschissen. Was den Unterschied ausmacht ist die Einzigartigkeit des Unikats im Vergleich zu einer Kette/Franchise Unternehmen.  Was ich vermisse, sind die Abende und Nächte an einem einzigartigen Ort mit Charisma und Seele – wo ich keiner elendig dudelnden Popmusik ausgesetzt war, wo jeder jeden irgendwie kannte und sei es nur vom Sehen, wo Fußball, Verdienst, Prestige, Auto und Status nicht von Bedeutung waren. Wo man sich nicht mit Befindlichkeiten herumschlagen musste sondern alle das Gleiche wollten: in Ruhe unter sich sein und zwar im Outfit das man liebt und schätzt und mit der Musik die einen glücklich macht. Schade dass diese genialen Einzelstücke nicht mehr zugänglich sind aber dafür viele andere 08/15-Locations Kasse machen. Ein Synonym und Sinnbild für sovieles.. gesellschaftlich betrachtet. Aber das ist ein anderes Thema.

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M´era Luna 2016

„Na Steffi, fährst du dieses Jahr auch wieder nach Wacken?“ „Nee, da hast du was falsch verstanden, ich war noch nie in Wacken, was soll ich da? Ich fahre immer aufs M´era Luna..“ (Interesse des Fragenden erlischt augenblicklich). Das M´era Luna ist augenscheinlich nicht so bekannt und auch lange nicht so groß wie das Heavy Metal Festival in Wacken. Nach Hildesheim kommen nur läppische 25.ooo Leutchen – und damit ist das Gothic-Festival auch schon ausverkauft. Obwohl der Run auf Hotels und jegliche anderen Unterkünfte sowie auf Karten für nächstes Jahr enorm ist. Ich habe bereits vorgesorgt, Hotelreservierung abgeschlossen und Karten bestellt – auf Vorkasse. Die Lieferzeit beträgt diesmal 10 Wochen. Das gab´s noch nie.. ohne Witz. Aber hätte ich mir ja denken können. Naivchen ich. Was ist die Definition von Wahnsinn? Immer das Selbe zu tun aber ein anderes Ergebnis zu erwarten? Oder so ähnlich.

Tja, jedes Jahr nahm ich mir vor, mich sofort nach Festivalende um alles zu kümmern. (Nach dem Konzert ist vor dem Konzert). Tat ich aber nie. Dafür aber alle anderen. Im März oder April des Folgejahres war zu spät und somit in 2016 Zelten angesagt. AGAIN. BFF redete mit Engelszungen auf mich ein, machte mir ein großes Zelt mit „2 Zimmer, Küche, Bad“ schmackhaft. Das war nicht die schlechteste Idee und ich bin ja mehr als froh, dass sie fähig ist so ein Ding aufzubauen. Ich stehe da mehr oder minder herum, sehe gut aus und genehmige mir den ersten Drink. Manchmal nehme ich auch eine Teleskopstange in die Hand und hantiere wichtig damit herum… ich bin eben ein Hotelfurzer, so jetzt ist es raus! Mein Lamento beginnt spätestens dann wenn ein paar Nacktschnecken guten Tag gesagt haben.

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Ich hatte mich innerlich bereits auf alles eingestellt, (vorübergehender Verlust der Privatsphäre, Zähne putzen in einer Reihe mit 20 anderen, usw.) nur nicht auf die Tatsache, dass, egal wie früh man anreist, man immer das Problem hat keinen Platz für sein Zelt zu finden.

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Hamsterdam.

Kürzlich verschlug es mich nach Amsterdam. In die Stadt der Tulpen, Fahrräder und Kiffer, haha! Im Ernst: die Stadt hat natürlich viel mehr zu bieten als nur diese Dinge. Und doch steckt in jedem Gerücht ein Körnchen Wahrheit. Die riesige Anzahl der Coffeeshops bestätigt die Vermutung, nur die viel zitierte Aussage „Touris dürfen da überhaupt nicht mehr rein!“ ist kompletter Unfug. Tatsächlich hat Amsterdam mehr Fahrräder als Einwohner an der Zahl – und diese fahren halsbrecherisch. Killer Bikes! Kultur wird nicht gerade klein geschrieben, es gibt viele Museen wie z.B. das Rembrandt-Haus, Van Gogh-Museum, Anne Frank.. um nur einige zu nennen. Eine Grachtenfahrt bei schönem Wetter empfiehlt sich, ebenso wie ein Besuch im berühmten Wachsfigurenkabinett Madame Tussaud´s. Sich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fortzubewegen ist unkompliziert und günstig , hier sei die „I amsterdam City Card“, mit der man zahlreiche Vergünstigungen bei Eintrittsgeldern, Verkehrsmitteln und Restaurants bekommt, erwähnt. Jedes Jahr im August findet in Amsterdam die „Amsterdam Gay Pride“, eine der größten und schillerndsten Homosexuellenparaden Europas, statt. Genau das Richtige in einer der liberalsten Städte der Welt – was Drogenpolitik und Sex angeht. Was ich gesehen habe war wirklich wunderschön, die Stadt ist toll und die Menschen auch. Man kann Spaß haben ohne Ende und sie ist nur 1 Flugstunde entfernt. Amsterdam = crazysexycool. Am besten lässt man die Bilder einfach auf sich wirken, ich finde, sie sagen mehr als ich es auszudrücken vermag.

for Amsterdam-Pics please click here…

Reif für die Insel

„Wenn i so überleg, worum’s im Leben geht,
dann sicher net um des wofür i leb‘.
I arbeit’s ganze Jahr lang, schön brav für’s Finanzamt,
i frag mi ob des ewig so weitergeht.“

Reif für die Insel, ja das war ich. Mir schwirrte sogar der Song von Peter Cornelius im Hirn herum, und dabei mag ich den nicht mal.

„I bin reif, reif, reif, reif für die Insel.
I bin reif, reif, reif überreif.
Und i frag mi warum i no‘ da bin,
für’s aussteig’n bin i scheinbar zu feig.
Und i wunder mi warum i no‘ da bin,
für’s aussteig’n bin i scheinbar zu feig.“

Apropos Aussteiger, davon soll es auf Ibiza so Einige geben. Ich habe ja ein Herz für Hippies und selbst ein kleines Hippie-Herz, darum zeige ich euch ein paar Impressionen vom Urlaub auf Ibiza und Formentera. Letztere Insel besuchte ich zum ersten Mal und ich sage euch, ein Traum. . .

1) Ibiza

Chill out in Es Canar003004

 

Strandbars liebe ich.. der Inbegriff von dolce far niente!  018

 

Auf dem Weg ins Café Del Mar entdeckten wir Schlösser die am Geländer befestigt waren. Wie in Paris oder Köln auf den Brücken. Aber es handelte sich nicht ausschließlich nur um  Liebesbekundungen . Hier fand ich eine berührende Geste für einen verlorenen Menschen.20150904_185636

 

It´s a nice day for a white wedding. . .
Hach, selbst ausgemachte Hochzeitsmuffel lässt dieser Anblick selig seufzen. Die komplette Hochzeitsgesellschaft war in weiß gekleidet und gefeiert wurde lässig in einer Strandbar. Da hat man doch vielleicht Bock, es ihnen gleichzutun..? Inspiration!028

 

Camping Platz für Hippies 🙂 warmherzig und goldig gestaltet.
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Eivissa Stadt –  am Hafen
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Altstadt
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Cala Salada erreicht man entweder mit dem Boot oder man geht zu Fuß über Stock  und Stein. Macht Spaß!!
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2) Formentera

Mit der Fähre ging es nach Formentera, die Fahrt dauerte ca. 2 Stunden aber die lohnte sich. Traumhafte Ausblicke zum genießen..
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Jaa… voll Touri. Aber total. Inklusive Fischerhut, so what. Schluffi = Holiday.
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Die Strände in Formentera verschlagen einem den Atem.. Hammer. Ich denke, die Bilder sprechen für sich. Einziger Wermutstropfen: Jelly Fish. Medusa. Auf deutsch: Feuerquallen. Vorsicht ist geboten, mich hat´s natürlich erwischt. War aber halb so wild.. hat nur kurz gebrannt wie bei einer Brennnessel.
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Bike-Tour am Strand entlang
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Good night beloved Pityusen, wir sehen uns ganz bestimmt wieder!
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„Wenn i einmal ins Postkastl schau,
wird mir im Magen flau.
Mein Leben kost‘ mi mehr, als i verdien.
Mei‘ ganze Energie geht auf,
für Sachen, die i gar net brauch‘,
für Sachen ohne die i sicher glücklicher bin.“

Schön gesagt, bzw. gesungen Herr Cornelius.  Genau so ist es!