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Das Ende einer Subkultur

Wo waren wir vor 5 Jahren und wo sind wir jetzt? Das Ende unserer Clubs ist nah.  Soll hier einer Subkultur der Gar ausgemacht werden? Oder bilde ich mir das nur ein. Wer weiß das schon so genau, auf Verschwörungstheorien stand ich schließlich schon immer. Hier die Fakten:

Wer auf schwarze Musik stand und steht hatte in unserer Region „sichere“ Anlaufstellen:

  • Culteum Karlsruhe
  • Nachtwerk Karlsruhe
  • Schwimmbadclub Heidelberg
  • MS Connexion Mannheim

Mittlerweile sind zwei dieser vier Clubs geschlossen. Ein schlechter Schnitt, behaupte ich.

Das Culteum in Karlsruhe. Meiner Meinung nach einer der besten Clubs in der Umgebung. Ein alter Gewölbekeller um nicht zu sagen Bunker mit verschiedenen Floors, modrig und unheimlich stimmungsvoll.  Dieser beherbergte nicht nur die schwarze Szene, sondern unter anderem auch die Subkultur der schwulen-/und SM-Szene. Außerdem fand hier regelmäßig der Kitkat-Club statt. Mitte August wurde der Club nach einer Brandschutz-Inspizierung ad hoc dichtgemacht. Welche Maßnahmen eingeleitet werden sollen/müssen und wann mit einer Wiedereröffnung  gerechnet werden kann ist völlig unklar. Ich mache mir da meine eigenen Gedanken. Vielleicht ist es so ganz recht und billig dass die sogenannte Freaks nicht mehr zum Culteum pilgern? Nun ist dieser Club nicht ausgelagert in einem Industriegebiet zu finden, wie man das in der Stadt gerne macht, sondern inmitten der Stadt zwischen Privatwohnungen angesiedelt. Ich frage mich, wer stört sich an Gothics, Paradiesvögeln und sexy gekleideten Clubbesuchern die nichts weiter tun, als vom Auto in den Club zu gehen – um dort unter sich zu sein. Dieser darf sogar eine Klingel sein Eigen nennen und ist obendrein im Keller untergebracht (ich nehme an, von Ruhestörung kann keine Rede sein). Hat hier die oversexed und underfucked Gesellschaft ein Problemchen mit Lack, Leder und Latex? Ich meine, ich muß mir im Alltag soviele würde-und stillose Crogs in allen Farben anschauen, Ballerinas und Röhrenjeans, soweit das Auge reicht,ich würde deren Träger sehr gerne mit Spaß-Embargos und Sanktionen belegen.  Da nützt es nur wenig dass Christopher Kane seine Models mit Crocs über den Laufsteg schickte. Sie sind und bleiben entsetzlich. Die Crocs. Nicht die Models.

Der Schwimmbad Club in Heidelberg. Eine Institution seit über 3 Jahrzehnten und absolut geile Location auf 4 Ebenen. Ich meine, was gibt es Cooleres als in einem alten umgebauten Schimmbad zu tanzen? Das „Schwarze Schwimmbad“ fand hier einmal im Monat statt und konnte sich innerhalb seiner Subkultur nochmals aufteilen, in die verschiedenen Stilrichtungen EBM, Industrial, Mittelalter, Metal. Ebenfalls einmal im Monat fand die Depeche Mode Party statt, für uns Devotees war das pures Glück und ein fester Termin im Kalender. Nirvana hatten hier einst einen Live-Auftritt, tja – lang lang ist´s her… Der Club finanzierte sich rein privat ohne städtische Subventionen. Die Kultur-Steuergelder pumpt man lieber in 2 andere Clubs – mit gefälligerer Musik die vor allem niemandem weh tut. Autsch. Der Schwimmbadclub sei zu alt und müsse zu aufwendig und komplett saniert werden, so die Begründung. Scheiden tut weh!

Schade, dass der Zug der Mittelmäßigkeit keine Minute Verspätung hat, nein, er ist seiner Zeit sogar voraus. „39,90“ läßt grüßen. Neue Bars, Restaurants und Cafés sprießen nämlich aus dem Boden wie das Unkraut in meinem schlecht gepflegten Vorgarten. Nun möchte ich diese Lokale keinesfalls verunglimpfen, Hunger und Durst habe sogar ich immer mal wieder und verkehre aus diesem Grund ab und an in den Mauritiuses, Mosch Moschs, Liebesbeefs, Sushi Circles und Coffee Fellows dieser Welt. Aber diese Abende sind mehr oder minder belanglos, eigentlich der Nahrungsaufnahme gewidmet, der Cocktail ok, und das Gefühl etwas zu verpassen beschissen. Was den Unterschied ausmacht ist die Einzigartigkeit des Unikats im Vergleich zu einer Kette/Franchise Unternehmen.  Was ich vermisse, sind die Abende und Nächte an einem einzigartigen Ort mit Charisma und Seele – wo ich keiner elendig dudelnden Popmusik ausgesetzt war, wo jeder jeden irgendwie kannte und sei es nur vom Sehen, wo Fußball, Verdienst, Prestige, Auto und Status nicht von Bedeutung waren. Wo man sich nicht mit Befindlichkeiten herumschlagen musste sondern alle das Gleiche wollten: in Ruhe unter sich sein und zwar im Outfit das man liebt und schätzt und mit der Musik die einen glücklich macht. Schade dass diese genialen Einzelstücke nicht mehr zugänglich sind aber dafür viele andere 08/15-Locations Kasse machen. Ein Synonym und Sinnbild für sovieles.. gesellschaftlich betrachtet. Aber das ist ein anderes Thema.

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M´era Luna 2016

„Na Steffi, fährst du dieses Jahr auch wieder nach Wacken?“ „Nee, da hast du was falsch verstanden, ich war noch nie in Wacken, was soll ich da? Ich fahre immer aufs M´era Luna..“ (Interesse des Fragenden erlischt augenblicklich). Das M´era Luna ist augenscheinlich nicht so bekannt und auch lange nicht so groß wie das Heavy Metal Festival in Wacken. Nach Hildesheim kommen nur läppische 25.ooo Leutchen – und damit ist das Gothic-Festival auch schon ausverkauft. Obwohl der Run auf Hotels und jegliche anderen Unterkünfte sowie auf Karten für nächstes Jahr enorm ist. Ich habe bereits vorgesorgt, Hotelreservierung abgeschlossen und Karten bestellt – auf Vorkasse. Die Lieferzeit beträgt diesmal 10 Wochen. Das gab´s noch nie.. ohne Witz. Aber hätte ich mir ja denken können. Naivchen ich. Was ist die Definition von Wahnsinn? Immer das Selbe zu tun aber ein anderes Ergebnis zu erwarten? Oder so ähnlich.

Tja, jedes Jahr nahm ich mir vor, mich sofort nach Festivalende um alles zu kümmern. (Nach dem Konzert ist vor dem Konzert). Tat ich aber nie. Dafür aber alle anderen. Im März oder April des Folgejahres war zu spät und somit in 2016 Zelten angesagt. AGAIN. BFF redete mit Engelszungen auf mich ein, machte mir ein großes Zelt mit „2 Zimmer, Küche, Bad“ schmackhaft. Das war nicht die schlechteste Idee und ich bin ja mehr als froh, dass sie fähig ist so ein Ding aufzubauen. Ich stehe da mehr oder minder herum, sehe gut aus und genehmige mir den ersten Drink. Manchmal nehme ich auch eine Teleskopstange in die Hand und hantiere wichtig damit herum… ich bin eben ein Hotelfurzer, so jetzt ist es raus! Mein Lamento beginnt spätestens dann wenn ein paar Nacktschnecken guten Tag gesagt haben.

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Ich hatte mich innerlich bereits auf alles eingestellt, (vorübergehender Verlust der Privatsphäre, Zähne putzen in einer Reihe mit 20 anderen, usw.) nur nicht auf die Tatsache, dass, egal wie früh man anreist, man immer das Problem hat keinen Platz für sein Zelt zu finden.

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M´era Luna 2015 – so war´s!

Zum x-ten Mal M´era Luna, zum ersten Mal Zeltplatz. In meinem Leben. Ich dachte mir und ahnte, das wird assi. War es dann auch. Nuja, mit viel Dosenbier und Mixgetränken lässt sich so einiges schönsaufen. Wenngleich auch nicht alles. Im harten Tageslicht bleiben 2 Dinge die ich nicht brauche: Dixi-Toiletten und Camping-Duschen. Ich bin und bleibe eine 4-Sterne-Braut, da beißt die Maus keinen Faden ab. Ja, lacht nur. Nächstes Jahr liege ich wieder im kuscheligen Bettchen und brauche keine Tonnen von Desinfektions-Tüchern. Glücklicherweise sieht die BFF das genauso. Tina, schön dass wir uns wieder mal einig sind!

Zugegeben, wir hatten jede Menge Spaß und neue Leute kennengelernt, uns sehr amüsiert und ich habe wirklich schon lange nicht mehr so gelacht. Schön war, dass man altersmäßig Fun mit 19- bis 50-jährigen hatte und die Frage nach Beruf, Status und ähnlichem langweiligen Alltagszeugs überhaupt nicht aufkam. Es hat schlichtweg nicht interessiert.  Nie hätte ich gedacht, dass ich Freitag nachts nach chaotischer Anreise, stundenlangem Zeltaufbau und Flunky-Ball mit den Nachbarn noch die Energie haben würde mich auf dem Gelände durchzufressen und dann vor dem Hangar zu tanzen, in den Klamotten vom Tag, weder umgezogen noch angemalt – und dazu noch in Birkenstocks und Flip Flops. Witzig!!!

 

Ja, ja… doch… morgens um 7 ist die Welt noch in Ordnung!
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Ruhe sanft, ja von wegen! In unserem Fall switchte man auf dem unebenen  Boden doch gern mal von der Luftmatratze^^023

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Ich stehe eigentlich nicht auf Mittelalter, aber die Jungs von Saltatio Mortis haben es wirklich gebracht. Die Stimmung war grandios und das Crowdsurfing fand ich auch super, vor allen Dingen deswegen weil es verboten war *ggg*. Sehr sympathisch auch, dass der Sänger danach zu den Fans kam, für Fotos und Autogramme.085

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Blutengel, immer wieder sehenswert. Gerade oder trotz der Kritik, man hätte es hier mit Helene-Fischer-Gothic zu tun. Schade dass immer wieder solche Stereotypen bedient werden müssen. Ich könnte gut und gerne darauf verzichten. 086

 

Brutalste Überraschung und mein heimlicher Favorit: Joachim Witt. Ich hatte ja keine Ahnung, dass mir seine Musik eine solche Gänsehaut verursachen würde. Und zwar auf die gute Art. Klar kannte ich „Der goldene Reiter“ und „Die Flut“, aber live ist nochmal eine ganz andere Nummer. Herr Witt, das werde ich so schnell nicht vergessen und Sie als eine coole Sau in Erinnerung behalten! Danke dafür!040

 

In meiner musikalischen Welt gibt es folgende Staffelung:

1) Depeche Mode
2) Placebo
3) Apoptygma Berzerk

Und hier durfte ich Nummer 3 wieder einmal erleben, und zwar Front of Stage. Hierfür nimmt man auch 42 Grad und knallende Sonne in Kauf.  Einer der Gründe warum wir das M´era Luna so lieben: das Festival ist super organisiert und hier wird keiner im Stich gelassen. Danke liebe Jungs von der Security, die uns mit Wasser versorgt und umsorgt haben.  Und was Apop betrifft… was soll ich mehr sagen als: HEAVEN! Nur schade dass die Landung danach umso härter ist. Jedes einzelne mal.052

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ASP, sehr geil. Lange unterschätzt doch heute umso lieber gewonnen. Hoffentlich kommt ihr noch oft nach Hildesheim! „Und wir tanzten..“133

 

Rob Zombie habe ich zum ersten Mal live erlebt. Mir fällt nur ein Wort ein: sexy. Ein Mann von 50 Jahren mit solch einer Ausstrahlung und Energie. So etwas sieht und hört man nur selten! Liebe Sheri Moon Zombie, hast duuu ein Glück 😉 Dein Männe war das Highlight vom Samstag! In der Band sind auch 2 alte Bekannte: John 5 und Ginger Fish von Marilyn Manson, ich habe sie sogar ohne Brille und erkannt… mich hat es jedenfalls total weggehauen. Geil!128

Noch 361 Tage bis zum nächsten M´era Luna! Ich verspreche beim heiligen Dracula, dass ich mich rechtzeitig um Karten und Unterkunft bemühen werde! M´era forever, Camping never!!

Der Style vom M´era Luna Festival

Alle Jahre wieder, im zweiten Wochenende im August, pilgern Gothics nach Hildesheim zum M´era Luna, um sich und ihre Lieblingsmusik zu feiern. Ein Augen-und Ohrenschmaus! 25.000 friedliche Fans vereint auf dem Flugplatz Drispenstedt.

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So viele Details: die Knochenhände auf ihrer Brust, der weiße Schleier und sie hat etwas Courtney Love-mäßiges an sich was mir gefällt.

 

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So ein süßer Schmetterling, meine Tochter wäre entzückt!

 

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Hello Kitty..! Der beste Style von allen: Selbstironie, Sich-selbst-nicht-so-wichtig-nehmen und das Ding mit einem Augenzwinkern tragen!

 

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Bloody Pleasures..!

 


MeraLuna2014 066Cybergothic – Love! Und was sich liebt, das zieht sich.. oder so ähnlich.

 

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Kopfschmuck so weit das Auge reicht.

 

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Handgemachte Steampunk-Accessoires, wunderschön!!

 

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Hahahahaha!! Mein Favorit : „Das kannste schon so machen aber dann isses halt Kacke!“

 

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Gute Nacht M´era Luna, gute Nacht liebe Freunde! Es war wieder ganz zauberhaft mit euch! Ich freue mich auf das nächste Jahr.